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22.11.2020 | 14:47 Uhr

Giffey fordert Wirtschaft auf, verbindliche Frauenquote in Vorständen konsequent umzusetzen / "Reine Männerclubs sind einfach nicht mehr zeitgemäß"

Düsseldorf (ots) - Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Wirtschaft mit deutlichen Worten aufgefordert, die Koalitionsvorgaben für eine verbindliche Frauenquote in Vorständen ernst zu nehmen. "Anstatt sich also noch länger gegen mehr Frauen im Top-Management zu wehren und damit Energie zu verschwenden, wäre es doch jetzt klug, den Schalter im Kopf umzulegen und einfach mal anzufangen. Keinem Mann wird sein Vorstandsposten weggenommen. Bei der nächsten anstehenden Besetzung ist dann aber eine geeignete Frau dran. Das kann nicht so schwer sein. Denn Studien zeigen, dass die Talentpipeline mit qualifizierten Frauen gut gefüllt ist. Sie müssen nur gesucht und gefunden werden", sagte Giffey der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). Man habe in den letzten 30 Jahren gesehen, dass man mit unverbindlichen Empfehlungen und Appellen nicht weiter komme. "Wir machen jetzt gesetzliche Vorgaben, damit in den Vorständen der großen deutschen Unternehmen künftig überall Frauen vertreten sind. Und wir gehen im öffentlichen Dienst und in den öffentlichen Unternehmen mit gutem Beispiel voran. Ohne einen gewissen Druck geht es nicht, wer auf Freiwilligkeit setzt, wird nur im Schneckentempo weiterkommen. Denn freiwillig tut sich nicht viel", betonte die SPD-Politikerin. Dass mehr Verbindlichkeit die Entwicklung verändere, habe man bei den Aufsichtsräten gesehen. Hier wirke die feste Quote. "Frauen haben viel Potential, auf das weder die deutschen Unternehmen noch unsere Gesellschaft verzichten können und reine Männerclubs sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Das machen uns andere Länder längst vor." Sie sie froh, dass die SPD bei dem Thema beharrlich dran geblieben sei und der Koalitionspartner Union nun mitziehe, betonte Giffey.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich am Freitagabend grundsätzlich auf eine verbindliche Frauenquote in Vorständen geeinigt. In Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern muss demnach künftig ein Mitglied eine Frau sein. Der Kompromiss soll in der kommenden Woche den Koalitionsspitzen zur abschließenden Entscheidung vorgelegt und voraussichtlich Anfang Januar im Kabinett beraten werden.

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