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13.09.2017 | 21:05 Uhr

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur IAA Frankfurt

Bielefeld (ots) - Nein, die mittelfristige Zukunft wird nicht von
der Elektromobilität dominiert. Die Internationale
Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat hier Klarheit in die oft
unsachlich geführte Diskussion gebracht. Neue Elektroautos, die
bereits Serienreife haben, sind auf der Messe kaum zu sehen. Dafür -
außer einer Vielzahl von SUV in sämtlichen Größenordnungen und
PS-starken Modellen - jede Menge Designstudien. Die sind schick und
sollen mit akzeptablen Reichweiten ausgestattet sein. Zu kaufen
werden diese Modelle aber nach und nach erst in den kommenden Jahren
sein. VW beispielsweise geht davon aus, dass 2025 jedes vierte
Fahrzeug aus dem Konzern rein elektrisch angetrieben wird. Das wären
dann bis zu drei Millionen Autos. Im Umkehrschluss heißt das aber
auch, dass 75 Prozent aller von VW produzierten Wagen - hochgerechnet
etwa neun Millionen - nach wie vor von herkömmlichen
Verbrennungsmotoren angetrieben werden.

Das Verhältnis der unterschiedlichen Antriebe dürfte bei BMW und
Mercedes kaum anders aussehen. Nicht nur diese beiden Hersteller,
sondern die kompletten Mitbewerber will der VW-Konzern in Sachen
Elektromobilität überflügeln. Vorstandschef Matthias Müller ist
sicher, sein Unternehmen werde bis 2025 zur weltweiten Nummer eins in
dieser Disziplin aufsteigen. Allein um dieses Ziel zu erreichen
müssen Müllers Worten zufolge vom Konzern 20 Milliarden Euro bis 2030
für direkte Investitionen für die Industrialisierung der E-Mobilität
bereitgestellt werden. Dazu gehören nicht nur Autos, sondern unter
anderem auch die Lade-Infrastruktur und die Batterien. Gerade zu
diesem Thema gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. Denn zur
Herstellung der aktuell verwendete Lithium-Ionen-Akkus sind seltene
Rohstoffe notwendig. Und die werden, wie beispielsweise Kobalt im
Kongo, unter oft menschenunwürdigen Bedingungen von Kindern abgebaut.
Auch das gilt es unbedingt bei der Diskussion um die angestrebte
Verkehrswende zu berücksichtigen.

Aber nicht nur das. Fest steht, dass die Verbrennungsmotoren in
den vergangenen Jahren immer sauberer geworden sind und in Zukunft
noch emissionsärmer werden. Die Anstrengungen dafür hat der
unsägliche und mit krimineller Energie betriebene Betrug um die
Abgasmessungen beim Diesel zumindest verstärkt. Das sind
unverzichtbare Maßnahmen, denn ohne Dieselmotoren sind die
ausgerufenen Klimaziele nicht zu erreichen.

Fraglos ist die E-Mobilität ein wichtiger Aspekt, um die Luft in
den Städten sauber zu bekommen. Klar muss aber sein, dass die
E-Mobilität nicht als Allheilmittel gefeiert werden darf, sondern -
zumindest auf relativ lange Sicht - als eine wichtige Alternative für
bestimmte Einsatzgebiete gesehen werden sollte.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

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Quelle: http://www.presseportal.de

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